Politik : Was uns ganz allein gehört

Die sozialen Medien haben den Umgang mit Literatur fundamental verändert. Aber die Lektüre eines gedruckten Buchs bleibt eine herrlich exklusive asoziale Tätigkeit

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Ungelesen und nichts Gutes verheißend starrt der aktuelle Newsletter von GoodReads mir in fetten Lettern aus meinem E-Mail-Posteingang entgegen. Darunter lädt irgendjemand, mit dem ich irgendwie befreundet bin, mich zu LibraryThing ein. Mein Google Reader quillt über mit Feeds von Literaturblogs; gerade habe ich meinen I-Pod mit den neusten Podcast von Podularity synchronisiert.

Zu aller Letzt aber werde ich die Geräte ausschalten, zu dem eselsohrigen Buch greifen, das ein alter, befreundeter Facebook-Phobiker mir ausgeliehen hat, das Telefon lautlos stellen, die Tür schließen und lesen. So, wie ich es seit Jahr und Tag tue.

Online-Bücherclubs wie GoodReads versprechen, „Menschen über das Lesen“ zusammenzubringen, ganz wie es Sinn und Zweck

Übersetzung: Zilla Hofman

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