Unbeeindruckt von Kanzlerin Angela Merkels „Moratorium“ zeigten sich am Samstag rund 250.000 Menschen, die zeitgleich in Berlin, Hamburg, Köln und München gegen Atomkraft demonstrierten. "Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten!", lautete das Motto. Die Veranstalter von ausgestrahlt, Campact, BUND, Attac und Co sprachen von den größten Anti-AKW-Protesten aller Zeiten. Jochen Stay von ausgestrahlt sagte, es sei „nur der Auftakt für eine neue starke Anti-AKW-Bewegung“.
In allen Städten mischten sich Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei an sichtbaren Stellen in die Demonstrationszüge, durften aber auf den Bühnen nicht reden, um zu vermeiden, dass die Proteste Wahlkampfcharakter bekamen. Die Redner der Umwelt- und Anti-Atomkraft-Initiativen hoben darauf ab, dass niemand sich davon täuschen lasse, wenn Schwarz-Gelb die im Herbst beschlossene AKW-Laufzeitverlängerungen für drei Monate aussetze, um die Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz für CDU und FDP zu retten. Gleichzeitig aber beweise der so zügige Beschluss, einen Großteil des deutschen Reaktorparks im Mai vom Netz zu nehmen, dass an den Behauptungen, ohne Atomkraft gingen die Lichter aus, nichts dran sei. Der Sofortausstieg aus der Atomkraft sei offensichtlich möglich.
Hier eine Zusammenfassung des Tages. Das Video entstand unter Federführung von leftvision.de in Kooperation mit Der Freitag und Neues Deutschland.