„Während der Coronakrise hatte es vorübergehend nach mehr Gleichstellung in den Familien ausgesehen: Im April 2020 hatten zwölf Prozent sowohl der Mütter als auch der Väter zu Protokoll gegeben, dass in ihrem Haushalt der Mann für den Löwenanteil der Kinderbetreuung zuständig ist – knapp viermal so viele wie vor Corona.“ – boeckler.de
Care-Arbeit: Wirtschaftliche Nachteile als Konsequenz
„Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Hausarbeit, Ehrenamt: Frauen wenden pro Tag im Durchschnitt 44,3 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Dieser Unterschied wird als Gender Care Gap bezeichnet [...] Der Gender Care Gap zeigt den unterschiedlichen Zeitaufwand, den Frauen und Männer für unbezahlte Sorgearbeit aufbringen. Diese Tätigkeiten umfassen sämtliche Arbeiten im Haushalt und Garten, die Pflege und Betreuung von Kindern und Erwachsenen sowie ehrenamtliches Engagement und unbezahlte Hilfen für andere Haushalte. Die Anfahrtszeiten werden bei der Berechnung des Gender Care Gap mit einbezogen.“ – bmfsfj.de
Wirtschaft neu ausrichten: Wege in eine care-zentrierte Ökonomie
„Weltweit übernehmen Frauen täglich mehr als zwölf Milliarden Stunden unbezahlte Sorgearbeit. Würden diese auch nur mit dem Mindestlohn bezahlt, wäre diese Summe 24 Mal größer als der Umsatz von Apple, Google und Facebook zusammen. Auch die Sachverständigenkommission zur Erstellung des Gutachtens für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung hat – ausgehend von einer eingehenden Analyse der Geschlechterverhältnisse in Deutschland – 2017 eine erhebliche Lohn- und Sorge-Lücke identifiziert, die sie als Zeichen ungleicher Verwirklichungschancen bewertet. Gleiche Verwirklichungschancen bedeuten, dass alle Menschen die Möglichkeit haben müssen, ihre aus guten Gründen getroffenen Entscheidungen und Wünsche auch zu realisieren. Dem stehen jedoch Diskriminierung, Gewalt, strukturelle Benachteiligungen und Stereotype entgegen.“ – bpb.de
Gleichstellung in der Krise
„Haushalte dürfen nicht mehr als Orte kostengünstiger Versorgung betrachtet werden. Der Umfang und Wert der dort geleisteten Arbeit trägt zu unserem Lebensstandard bei, aber nur, wenn keine Überlastungssituationen wie während Corona entstehen.“ – berliner-zeitung.de