In Kooperation mit Maxim Gorki Theater

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„Vatermal“ ist ein Brief an einen abwesenden Vater, der allein zurück in die Türkei ging, obwohl ihn dort das Gefängnis erwartete. Hakan Savaş Mican bringt den Roman von Necati Öziri nun auf die Bühne

Szene aus dem Stück „Vatermal“
Szene aus dem Stück „Vatermal“

Foto: Ute Langkafel/Maxim Gorki Theater

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Vatermal

Vatermal

Regie: Hakan Savaş Mican

von Necati Öziri

Maxim Gorki Theater

u.a. 21.12. / 25.12. / 17.01.

In Kooperation mit Maxim Gorki Theater

Vatermal

Arda weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Er liegt mit Organversagen auf der Intensivstation und kann nicht anders, als sich noch ein letztes Mal an all die Momente zu erinnern, in denen er das Gefühl hatte, dem Leben ein Stück näher gewesen zu sein.

Bei ihm sind seine ältere Schwester Aylin und seine Mutter Ümran. Aylin, die es neben der alkoholkranken Mutter nicht mehr aushält, von zu Hause abhaut und auch mit den neuen Pflegeeltern nicht zurechtkommt. Und Ümran, die als Alleinerziehende mit den Umständen und sich selbst kämpft; die für ihre Kinder in Deutschland eigentlich doch alles viel besser machen wollte. Die beiden sprechen vor lauter Verletzung seit zehn Jahren kein Wort miteinander und ihr einziger Berührungspunkt scheint Arda zu sein.

Schließlich ist da noch die große Leerstelle in Ardas Leben: Sein Vater, der vor vielen Jahren ohne ein Abschiedswort die Familie verlassen hat. Ihm will Arda jetzt für immer die Möglichkeit nehmen, nicht zu wissen, wer sein Sohn ist. Also erzählt er: von der geraubten Zeit auf deutschen Ämtern, von seinen Jungs im Park, die seine Ersatzfamilie wurden, von dem Ringen mit der eigenen Männlichkeit, von Aylins und Ümrans Sehnsüchten – alles für und gegen den abwesenden Vater, für seine Familie, für sich.

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Hakan Savaş Mican

Hakan Savaş Mican

Seit 2008 arbeitet Hakan Savaş Mican am Theater und inszeniert unter anderem am Ballhaus Naunynstraße, Staatstheater Mainz, Volkstheater München. Seit 2013 ist er als Hausregisseur am Maxim Gorki Theater. Nun inszeniert er „Vatermal“ von Necati Öziri

Necati Öziri

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