Belgrad
Serbiens Warlord „Arkan“ wird am 15. Januar 2000 in einem Hotel in Belgrad erschossen
Der Auftragsmord steht am Ende eines Jahrzehnts der inneren Zerfleischung Jugoslawiens. Von der einstigen föderativen Republik bleibt wenig übrig. Milizionäre wie der Serbe Željko Ražnatović, genannt „Arkan“, kommen zu Macht und Einfluss
„Pulverfass Balkan“ von Florian Bieber: Für einen „Deal“ ist hier jeder willkommen
Ob Serbien oder Montenegro: Südosteuropa kennt kaum einer so gut wie der Politologe Florian Bieber, zeigt sein Buch „Pulverfass Balkan“
Nordkosovo: Serbiens Präsident Aleksandar Vučić, Meister des kalkulierten Zwischenfalls
Dass Serbien seine Armee einsetzt, um den serbisch besiedelten Norden des Kosovo im Handstreich zu erobern, ist unwahrscheinlich. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass Premier Albin Kurti in Kosovo seine Truppen in Marsch setzt
Serbien und Kosovo: Ewiges Tauziehen
Berlin und Paris erwarten von Belgrad, den Kosovo zwar nicht de jure, aber de facto anzuerkennen. Warum das vorerst nicht funktionieren wird, weiß Norbert Mappes-Niediek
Ivan Ergić: „Mit Epik und Dramatik verkommt Fußball zum Gladiatoren-Spektakel“
Der Marxist, ehemalige serbische Fußball-Nationalspieler und heutige Lyriker Ivan Ergić spricht über die Fußball-WM in Katar, den Kapitalismus und die Kunst des Spiels
EuroPride in Belgrad: Feiern trotz Verbot
Nach einem Verbot durch das serbische Innenministerium ist die EuroPride am Samstag auf einer geänderten Route durch Belgrads Straßen gezogen. Die Veranstalter*innen sprechen vom „wichtigsten“ Ereignis in der Geschichte der Parade
Anderswo spielen die Theater
Ein Pilotprojekt für Kulturveranstaltungen wurde ausgesetzt – dabei waren die Erwartungen hoch
Ein Balkan-Deal mit Folgen
Die USA moderieren ein Abkommen, das ihnen mehr Einfluss in Südosteuropa verschafft. Die EU muss zuschauen
Ideeller Gesamtkrimineller
Hashim Thaçi hielt sich als Kosovo-Präsident für unantastbar. Nun droht ihm eine Anklage in Den Haag
Danke, Bruder Xi!
Wer hilft mehr und besser im Kampf gegen Corona? Wie die EU und China um Serbien wetteifern

„Kein Anything-Goes“
Thomas Ostermeier leitet die Schaubühne seit 20 Jahren. Für ihn ist sie ein Ort des Widerstands
Unverbunden
In Marko Dinićs Debüt ist die Flucht ein innerer Zustand
Im Frust vereint
Seit Monaten gehen in der serbischen Hauptstadt Menschen auf die Straße, um gegen die Politik von Präsident Aleksandar Vučić zu demonstrieren. Ein Bericht aus der Menge
Hinter Heumännchen
Im Städtchen Grocka betreibt ein Elektriker ein Webportal gegen Korruption – und kassiert dafür Prügel

1999: Stahlhelm-Pazifisten
NATO-Jets greifen Jugoslawien aus der Luft an. Und Deutschland ist dabei, als wieder Krieg geführt wird in Europa. Die 1945 erzwungene historische Pause hat ein Ende

Es gibt immer keinen Weg
Ein Pakistaner sitzt seit mehr als zwei Jahren an der Grenze zu Ungarn fest, die er vergeblich zu überqueren versucht

Der neue Dschungel
1.500 Menschen frieren in der Ruinenlandschaft hinter dem Belgrader Busbahnhof. Sie stecken fest, weil die EU ihre Grenzen dichtmacht

Der Drive des Diamanten
Die Nächte in Belgrad gehören nicht dem Balkan-Trash, sondern James Blood Ulmers Enkeln

1991: Stunde des Mars
Slowenien und Kroatien proklamieren ihre Unabhängigkeit von Jugoslawien. Sie als Staaten anzuerkennen, ist in Europa zunächst strittig, bis sich Deutschland durchsetzt

Sehnsucht Europa
In München werden Geflüchtete mit Applaus empfangen. Doch noch immer müssen Zehntausende über den Westbalkan flüchten. Es ist ein Treck des Leids und der Hoffnung
Die Netzwerke der freiwilligen Helfer
Abseits von Schleppern, Korruption und Gewalt gegen Flüchtende organisiert sich ein großes Netzwerk aus der Zivilbevölkerung – teils gegen den Willen der Politik
Westeuropa und Resteuropa
Nicht nur dieser Balkan-Staat wird durch die Schwäche der EU zunehmend in Schwierigkeiten gebracht

Stern des Wütens
Die Besetzung des Filmtheaters Zvezda in Belgrad ist ein Symbol gegen Privatisierung und Korruption

1990: Jeder für sich
Vor 25 Jahren brach der Bund der Kommunisten Jugoslawiens auseinander. Bald war der Zerfall des föderativen Staats so wenig aufzuhalten wie ein desaströser Bürgerkrieg