Erzählung
Neue Bilder des Jahrhundertschriftstellers: Es gibt so viele Kafkas wie Kafka-Leser
In diesem Jahr jährt sich Franz Kafkas Todestag zum 100. Mal. Vier Graphic Novels interpretieren Werk und Autor neu, zum Beispiel: So traurig und isoliert, wie die Nachwelt ihn gern sah, war er nie
Kultklassiker: Die neuen Abenteuer des Jim
Mit Intelligenz und Gefühl – Percival Everett stellt Mark Twains berühmten Roman auf den Kopf
Deutscher Pavillon in Venedig: Aus den rostigen Angeln heben
Lange wurde gerätselt, jetzt steht fest: Yael Bartana und Ersan Mondtag bespielen den Deutschen Pavillon auf der 60. Biennale in Venedig. Was davon zu erwarten ist
„Erdling“ von Emma Braslavsky: Außerirdische haben Sahra Wagenknecht entführt
Emma Braslavskys Science-Fiction-Roman „Erdling“ jagt mit Sahra Wagenknecht und Aliens durch die Geschichte. Ein urkomischer, schonungsloser Blick in die „deutsche Seele“
RAF-Roman von Stephanie Bart: Wahnsinn und Größenwahn
Stephanie Barts „Erzählung zur Sache“ ist ein Frontbericht aus der Perspektive des Linksradikalismus – und in jeder Hinsicht ein wagemutiger und unwiderstehlicher Roman, der die Konsequenz des Handelns der RAF verständlich macht
MeToo-Film „Cat Person“: Die Ambivalenz der Anbahnungsphase
Mit „Cat Person“ wagt sich Regisseurin Susanna Fogel an die Verfilmung einer viel diskutierten Short Story aus Zeiten der #MeToo-Welle von 2017
„Clan-Kriminalität“: Strukturelles Problem oder rassistische Idee?
Rassistischer Law-and-Order-Mythos oder echte Herausforderung für den Rechtsstaat? Nicht nur, aber zumal in Berlin, sind „kriminelle arabische Großfamilien“ Dauerthema – und schon längst auch ein Sujet der Popkultur
Gary Shteyngart über die Biografie des X-Chefs: Wer oder was ist schuld an Elon Musk?
Der Schriftsteller Gary Shteyngart benötigte sehr viel Espresso, um es durch Walter Isaacsons Buch „Elon Musk“ zu schaffen. Hinter all den Diagnosen machte er eine ernüchternde Entdeckung
Simon Sahner: „Beim Lösen der Knoten“. Über Krebs sprechen
Simon Sahner hat in „Beim Lösen der Knoten“ seine eigene Erkrankung verarbeitet. Wenn es schmerzhaft wird – erkenntnistheoretisch –, legt er den Schalter um und widmet sich der kulturwissenschaftlichen Analyse. Das ist unbedingt lesenswert
„Risse“ von Angelika Klüssendorf: Streng, lakonisch, niemals geschwätzig
Wie Angelika Klüssendorf in „Risse“ eine triste Kindheit in der DDR erinnert, ist ein literarisches Ereignis. Klüssendorf steht mit ihrem Roman auf der Longlist des Deutsches Buchpreises. Zu Recht
„Rezitativ“ von Toni Morrison: Brandaktuelles Verwirrspiel
Erstmals 1993 erschienen und jüngst wiederentdeckt: Toni Morrisons „Rezitativ“. Die einzige Kurzgeschichte der ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin ist ein geniales Verwirrspiel
Thomas Stangl illuminiert mit „Einer Handvoll sehr kurzer Erzählungen“
In dem Erzählband „Diverse Wunder“ setzt Thomas Stangls gegen vermeintliche Gewissheiten, den Stoff, den es nur zu reinigen gilt

Grandios unlesbar: „Die Schwerkraft der Verhältnisse“ von Marianne Fritz
Marianne Fritz sabotierte die Normsprache, um von jener proletarischen Wirklichkeit zu erzählen, von der die bürgerliche Literatur nichts wissen will. Die österreichische Schriftstellerin wird endlich wiederentdeckt
„Der Magier im Kreml“: Guiliano da Empoli zeichnet Putins Aufstieg nach
Mitten ins Herz: Giuliano Da Empolis Roman „Der Magier im Kreml“ erzählt von Putins einflussreichstem Berater Wladislaw Surkow. Eine schattenhafte Instanz in Wladimir Putins Machtapparat
„Ringe der Macht“ und „House of the Dragon“: Fantasy als Gegenwartsbeschreibung
In Serien wie „Die Ringe der Macht“ und „House of the Dragon“ zeigt sich, dass die Katastrophen unserer Gegenwart am besten im Fantasy-Genre beschrieben werden

Schwarze Geschichte: „Die Liebeslieder des W.E.B du Bois“ ist ein Jahrhundertroman
Honorée Fanonne Jeffers hat elf Jahre an ihrem feministischen Roman gearbeitet. Entstanden ist ein Meisterwerk

„Sie und Bob“: In Dänemark haben Helle Helles Bücher Kultstatus
Die Literatur der Dänin Helle Helle liest sich unspektakulär. Und doch entwickeln ihre Romane – sorgsam durchdacht und präzise in der Sprache – einen Sog. In ihrer Heimat ist sie ein Star. Eine Begegnung

Mehr als Selbstbespiegelung
Die Dänin Tine Hoeg konfrontiert in ihrem zweiten Roman „Tour de Force“ eine 30-Jährige mit der Vergangenheit. Was klingt wie tausendmal schon gelesen, wird durch Hoegs eigenwillige Sprache zu einer Lektüre, die man nicht vergisst

Arbeiterin, Mutter, Ostdeutsche
Literatur über die Arbeiterklasse hat Hochkonjunktur, nur stehen dabei selten die Frauen im Mittelpunkt. „Freitag“-Autorin Marlen Hobrack will das mit ihrem Buch „Klassenbeste: Wie Herkunft unsere Gesellschaft spaltet“ ändern
Queere Lebenslust als anarchische Bewegung für ein freies Leben
Die US-amerikanische Kultursoziologin Saidya Hartman erzählt fulminant intime Geschichten Schwarzer Weiblichkeit und Queerness
Tschechow, Tolstoi, Gogol: Mit George Saunders von den russischen Meistern lernen
Der gefeierte US-Autor George Saunders huldigt unterhaltsam und kundig den russischen Meistern der Short Story
Mal wieder volle Dröhnung Polit-Theater im Gorki
Die Welt vor und nach ihrem Untergang: Yael Ronens „Operation Mindfuck“ und Mirko Borschts „Ground Control“ am Maxim Gorki Theater in Berlin

Vonneguts „Schlachthof 5“ als Comic: Aus der Zeit gelöst
In Kurt Vonneguts „Schlachthof 5“ bekommt man eine Ahnung vom Grauen des Krieges. Dafür wendet er eine besondere literarische Technik an. Einer neuen Comic-Adpation des Romans gelingt das über die Form der Bilder

Jugend schreibt schlecht
Wer mit einem Smartphone aufwächst, versteht oft lange Texte nicht mehr. Das hat fatale Folgen